Hesel

Hesel liegt im nördlichen Teil der Gemeinde Friedeburg. Auf einer Fläche von 951 ha leben rd. 450 Einwohner. Das landwirtschaftlich geprägte Dorf liegt überwiegend auf Geestboden.

 
Entlang der nordwestlichen Grenze erstreckt sich im Verlauf des Wieseder/Reepsholter Tiefes eine Niedermoorfläche, während im Osten brackige Ablagerungen – Spuren früherer Sturmfluten – zu finden sind. Funde steinzeitlicher Flintartefakte sowie bronzezeitliche Hügelgräber im Heselerfeld belegen eine frühe menschliche Besiedlung in diesem Gebiet. Das mittelalterliche Hesel wurde von Häuptlingen beherrscht, deren Burgen Eibenhausen, Hissenhausen und Kluthausen an der östlichen Dorfgrenze lagen.

 

Der Friesische Heerweg von Oldenburg nahm seinen Verlauf quer durch Hesel. Von Friedeburg kommend führte er über den Hohen Weg zur späteren Wassermühlenbrücke, wo das Tief überquert wurde. Hier stand vor Jahrhunderten einen Wassermühle, die im Jahre 1623 der Brandstiftung durch die Mansfelder Besatzung zum Opfer fiel. Der Verlauf des Heerweges wurde später bis zum Bau der Chaussee von Friedeburg nach Wittmund um 1870 noch als Postweg genutzt.

 

Der Ems-Jade-Kanal, der auf einer kurzen Strecke auch das Heseler Gebiet berührt, konnte im Jahre 1888 dem Verkehr übergeben werden. Dieser Wasserweg zwischen Wilhelmshaven und Emden war für den ostfriesischen Raum von großer wirtschaftlicher Bedeutung.


Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das riesige Heseler Heidfeld im Ortsteil Heselerfeld in Kultur genommen und besiedelt.

 

Zum Ortsteil Amerika:

 

Die Geschichte des Heseler Ortsteiles „Amerika“ beginnt Ende des 18. Jahrhunderts, als sich erstmals Kolonisten in der Nähe des Heidfeldes ansiedelten.

 

Bis 1825 entstand hier in der Wildnis eine kleine Kolonie, die wegen der beginnenden Auswanderungswelle scherzhaft „Amerika“ genannt wurde. Die kleinen Landstellen boten den Siedlern jedoch keine ausreichende Existenzgrundlage. Eine Übersiedlung in die „Neue Welt“ war für viele die einzige Chance auf ein besseres Leben. Mehrere Familien aus diesem Ortsteil und auch aus dem Dorf haben daher ihre Heimat in Richtung Amerika verlassen.


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